Urologie Dr. med. Steffen Sturm


Priapismus

 

Als Priapismus (latinisierte Form des griechischen πριαπισμός, priapismós - die Erektion) wird eine schmerzhafte Dauererektion des Penis bezeichnet, die länger als zwei Stunden anhält und unbehandelt zu erektiler Dysfunktion führt. Eine möglichst sofortige Behandlung ist daher zur Vermeidung von Dauerschäden unbedingt erforderlich. Die weibliche Entsprechung wird Klitorismus genannt (allerdings heißt auch die bloße Hypertrophie der Klitoris so). Der Name ist vom griechischen Gott Priapos hergeleitet, dem Sohn der Aphrodite und des Dionysos, der als Fruchtbarkeitsgott bildlich mit übergroßem, erigierten Penis dargestellt wurde. Beim Priapismus sind beide Schwellkörper steif, die Eichel und das Corpus spongiosum jedoch schlaff. Diese Erektion ist nicht nur schmerzhaft, sondern auch mit keinerlei Lustgefühl verbunden. Wenn der Priapismus nicht behandelt wird, klingt die Erektion erst nach zwei bis drei Wochen spontan ab – in aller Regel sind die Schwellkörper des Penis dann jedoch fibrös umgewandelt, und die Erektionsfähigkeit des Penis ist verloren gegangen.Es werden zwei Formen des Priapismus unterschieden:


Beim Low-Flow-Typ, der für etwa 90 % der Fälle von Priapismus verantwortlich ist, führt der verminderte Abfluss des venösen Blutes aus den Schwellkörpern (lat.: corpora cavernosa) des Penis zur verlängerten Versteifung.


Beim High-Flow-Typ, der in den restlichen 10 % zugrunde liegt, ist die vermehrte Zufuhr von arteriellem Blut für die "Dauererektion" verantwortlich.