Urologie Dr. med. Steffen Sturm


Phimose (Vorhautverengung)

 

Bei der Phimose oder Vorhautverengung lässt sich die Vorhaut des Penis nicht oder prinzipiell nur mit Gewalt und unter Schmerzen von der Eichel (Glans penis) zurückziehen. Man unterscheidet hierbei zwischen unvollständiger Phimose (Vorhaut lässt sich zwar über das erschlaffte, nicht aber über das versteifte Glied zurückziehen) und vollständiger Phimose (Vorhaut lässt sich weder über das erschlaffte noch versteifte Glied zurückziehen). Wird bei einer Phimose die Vorhaut mit Gewalt zurückgezogen, besteht die Gefahr, dass sie hinter der Eichel im Sulcus coronarius (der "Kranzfurche" des Penis) zu liegen kommt und sich damit eine Paraphimose - ein urologischer Notfall - entwickeln kann. Dabei kommt es zu einer Einklemmung der Eichel mit Durchblutungsstörung und Gewebeschädigung. Außerdem kann beim gewaltsamen Zurückstreifen die Vorhaut einreißen und sich durch Narbenbildung die Phimose verstärken, was dann als Narbenphimose bezeichnet wird. Im Kleinkindalter ist die Vorhaut natürlicherweise noch mit der Eichel verklebt und kann deshalb nicht zurückgeschoben werden - man spricht hier von einer Konglutination bzw. Präputialverklebungen (nicht zu verwechseln mit der Phimose), die sich erst in den ersten Lebensjahren löst.  Bei ca. 8% der 6 – 7-jährigen Jungen und bei nur noch ca. 1% der 16 – 17-jährigen männlichen Jugendlichen liegt eine Vorhautverengung vor. Eine Phimose kann auch noch in hohem Alter, bei Diabetes mellitus oder durch Narben von Verletzungen auftreten, wenn die Haut weniger elastisch wird.