Urologie Dr. med. Steffen Sturm


Hodenhochstand

 

Der Hodenhochstand (lat. Maldescensus testis) ist eine Lageanomalie des Hodens. Während der Entwicklung männlicher Feten und Kleinkinder wandern die Hoden von der Bauchhöhle durch die Leistenkanäle in den Hodensack (Skrotum). Dieser Vorgang heißt Hodenabstieg (Descensus testis). Ein Hodenhochstand liegt vor, wenn ein oder beide Hoden auch nach Ende des ersten Lebensjahr in der Bauchhöhle oder dem Leistenkanal verbleibt. Dies ist bei ca. 0.5 % der Neugeborenen der Fall; der "fehlende" Hoden liegt in der Mehrzahl der Fälle im Leistenkanal. Ist der Hoden vollständig in der Bauchhöhle verblieben, spricht man von Kryptorchismus. Je nach Lage des atypischen Hodens spricht man von Bauchhoden oder Leistenhoden. Ein Gleithoden liegt an einem verkürzten Samenstrang im Leistenkanal, kann aber bei der Untersuchung elastisch nach unten verschoben werden. Pendelhoden gleiten spontan nach oben, wenn der Hodenheber (Musculus cremaster) zu kräftig ist.